Abschied vom Stillen
Mit diesen Tipps verhinderst Du Komplikationen beim Abstillen und Entwöhnen

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Manche Mütter können es kaum erwarten, andere beschleicht Wehmut, wenn es ans Abstillen geht. Was über den richtigen Zeitpunkt und geeignete Methoden zum Abstillen gut zu wissen ist, erfährst Du hier.

Inhalt: 
Was bedeutet Abstillen und Entwöhnen?Wann ist der richtige Zeitpunkt zum Abstillen?Tipps: Wie stille ich ohne Komplikationen ab?Wie lange dauert es abzustillen?Was ist, wenn ich von einem Tag auf den anderen abstillen muss?Gibt es Medikamente, die beim Abstillen helfen?Gibt es sanfte Alternativen?Mein Kind verweigert die Brust – ist die Stillzeit beendet?Manche Babys wollen nicht abgestillt werden. Was tun?Tagsüber habe ich abgestillt. Welche Tipps gibt es, um das nächtliche Stillen zu beenden?Langzeitstillen wird bei uns argwöhnisch beäugt. Zu Recht?Einige Mütter finden Abstillen traurig. Ist das normal?Und wie geht's nach dem Abstillen weiter?

Was bedeutet Abstillen und Entwöhnen?

Wann ist der richtige Zeitpunkt zum Abstillen?
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Von Abstillen spricht man, wenn keine Mahlzeiten mehr über die Brust eingenommen werden. Stattdessen isst das Baby Obst-, Gemüse-, Milchbrei oder feste Nahrung. Bei Flaschenbabys heißt das Entwöhnen (von der Flasche). Kinder, die keine Flaschen mehr brauchen, sondern Brei löffeln oder bereits am Familienessen teilnehmen, sind entwöhnt.

Wann ist der richtige Zeitpunkt zum Abstillen?

Streng genommen gibt es den nicht. Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) und die Nationale Stillkommission raten zwar, mindestens sechs Monate voll zu stillen und das Baby dann langsam an Gemüse- und Obstbrei zu gewöhnen. Aber letztendlich entscheidet jede Mutter individuell für sich, wann sie die Ernährung umstellen möchte.
Wichtig ist, dass Du dabei allein auf Dich und Dein Gefühl hörst und nicht darauf, was andere sagen. Keine Frau muss sich als Rabenmutter fühlen, wenn sie nach sechs Monaten (oder früher) entscheidet, ihr Kind abzustillen. Umgekehrt muss sich auch die Frau nicht rechtfertigen, die ihr Kind mit zwei Jahren noch stillt.
Die WHO rät sogar, bis zum Ende des zweiten Lebensjahres – zumindest teilweise - zu stillen, denn eines steht fest: Muttermilch ist die beste Nahrung für ein Kind. Sie enthält alle wichtigen Nährstoffe, stärkt die Abwehrkraft und beugt Infektionskrankheiten und Allergien vor.
Bei all den Vorteilen der Muttermilch: Der für Euch richtige Zeitpunkt fürs Abstillen ergibt sich eher aus Euren individuellen Lebensumständen heraus.
Hier folgen ein paar mögliche Umstände und Anzeichen dafür, dass die Zeit reif für den Beginn des Abstillens ist:

  • Du gehst wieder arbeiten und kannst daher nicht mehr regelmäßig stillen (Ja, das Mutterschutzgesetz regelt Stillpausen, aber in der Praxis ist volles Stillen und Berufstätigkeit schwer zusammen zu bringen).
  • Dein Kind zeigt deutliches Interesse an Deiner Gabel und was sich darauf befindet. 
  • Dein Baby trinkt nur noch kurz und wirkt schnell abgelenkt.
  • Du hast das dringende Bedürfnis, wieder etwas mehr Freiheiten und Selbstbestimmung über Deinen Körper zu haben.
  • Die ersten Zähne sind durchgebrochen und die bekommst Du regelmäßig an Deiner Brust zu spüren.
  • Dir steht ein Krankenhaus-Aufenthalt oder die längere Einnahme von Medikamente bevor.
  • Du hast das Gefühl, Deine Brust produziert nicht mehr genug Milch und Dein Kind wird davon nicht richtig satt.
  • Manchmal wünscht sich auch der Partner oder das engere Umfeld, dass nicht mehr gestillt wird. Aber versuch, Dich davon nicht zu sehr beeinflussen zu lassen und horch in Dich rein, ob Du schon soweit bist.
Brei füttern

Tipps: Wie stille ich ohne Komplikationen ab?

Abschied von der Brust
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Wenn Dein Säugling noch keine vier Monate alt ist und Du abstillen willst, musst Du nach und nach jede Brust-Mahlzeit durch eine Milch-Flaschenmahlzeit ersetzen. Die WHO rät erst ab dem vierten Monat zum Beikoststart. Gehst Du zum Beispiel wieder arbeiten, kannst Du die Milch auch abpumpen und Dein Baby in Deiner Abwesenheit mit Deiner Milch weiter ernähren. Und natürlich kannst Du auch auf Milchpulver umstellen.

Ist Dein Kind älter als vier Monate, kannst Du damit beginnen, einzelne Mahlzeiten durch Obst- und Gemüsebrei zu ersetzen.
Grundsätzlich sollte der Abschied vom Stillen langsam stattfinden. Entweder zeigt Dein Baby immer weniger Interesse an Deiner Brust, trinkt allmählich weniger, kürzer und seltener, dann stillt es sich selber ab. Dein Körper gewöhnt sich mit der Zeit an die geringere Nachfrage und wird dementsprechend auch weniger Milch produzieren.
Oder Du hast Dich dazu entschieden abzustillen und bietest Deine Brust weniger an, erhöhst im gleichen Maße aber die Beikost. Auch hier hat Dein Körper Zeit, sich auf die Veränderungen einzustellen und von Woche zu Woche weniger Milch zu produzieren.
Die folgenden Tipps können Dir beim reibungslosen Übergang helfen:

  • Bisher kennt Dein Baby nur Deine Milch. Sie ist immer genau richtig warm und im Geschmack und Geruch vertraut. Wundere Dich nicht, wenn der erste Brei nicht gleich auf Begeisterung stößt. Dein Baby muss sich daran erst gewöhnen. Vielleicht machst Du ihm den ersten Brei mit einem Schuss Muttermilch verrührt etwas vertrauter? Und auch die Mengen, die Dein Kind zu Beginn an Brei isst, sind sehr klein. 1-2 Löffel am Anfang sind keine Seltenheit. Wie Du Dein Baby gesund auf neue Babynahrung umstellst, zeigt Dir unser Beikostplan.
  • Dein Baby reagiert ablehnend auf den Löffel? Hier haben wir die zehn goldenen Regeln für Löffelfütterer zusammen gestellt.
  • Versuch mal, Deine Stilldauer zu verkürzen. Wenn Du bisher eher 10 Minuten lang gestillt hast, versuch die Stilldauer jetzt auf 5 Minuten zu senken. Im Anschluss kannst Du noch etwas Obstbrei anbieten.
  • Wähle einen Zeitpunkt zum Abstillen, indem ansonsten gerade nicht so viel los ist. Wenn Dein Baby gerade zahnt oder in die Kita kommt, ist es mit diesen Veränderungen sehr beschäftigt und verunsichert und sucht noch mehr Nähe zu Dir.
  • Dein Baby riecht Deine Milch. Wenn Du merkst, dass es auf Deinem Arm unruhig wird und sich zu Deiner Bluse vorwühlt, kann es helfen, wenn Papa oder Oma das Kleine mal nehmen. Dort duftet es nicht so verführerisch und sofern Dein Baby nicht gerade großen Hunger hat, lässt es sich ablenken.

Es ist ratsam, die Milch-Mahlzeit als erste zu ersetzen, wo Du tendenziell weniger Milch in der Brust hast (bei den meisten Frauen ist das zwischen 16-20 Uhr der Fall). Also nicht gerade am frühen Morgen, wenn Dein Busen prall ist von der langen Nacht und auch der Hunger bei Deinem Kind nicht allzu groß ist. Sobald Dein Kind diese neue Mahlzeit akzeptiert hat, kann eine weitere hinzukommen.

Wie lange dauert es abzustillen?

Das ist - wie so oft - von Baby zu Baby unterschiedlich. Beobachtet es beispielsweise seine größeren Geschwister schon länger beim Essen  und kriegt schon mal ein Stück weiche Birne aus der Tupperdose zu fassen, wird es vielleicht schneller auf das Angebot von Beikost oder fester Nahrung eingehen.
Aber bitte immer im Kopf behalten: Stillen ist weit mehr als nur Nahrungsaufnahme. Ein Baby, das gerade fremdelt oder eine nicht ganz harmonische Phase durchmacht, sucht die Nähe der Mutter, fühlt sich geborgen und wohl an der Brust und ist für Neues nicht so bereit. 
Im Normalfall wird das Abstillen immer mehrere Wochen dauern, denn auch wenn Dein Baby gerade den Obstbrei lieben gelernt hat, wird es auf seinen ersten Gemüse- und Fleischbrei vielleicht nicht auch gleich begeistert reagieren. Dein Baby braucht Zeit für diese vielen neuen Eindrücke und auch um seine Verdauung an die neuen Lebensmittel anzupassen.

Was ist, wenn ich von einem Tag auf den anderen abstillen muss?

So ein abruptes Abstillen ist zwar nicht zu empfehlen, aber manchmal einfach nötig. Zum Beispiel wenn eine ernsthafte Krankheit bei der Mutter vorliegt oder länger Medikamente eingenommen werden müssen. Das Abstillen passiert dann nicht mehr langsam und sanft, sondern die Stillzeit ist abrupt zu Ende.
Was wir Dir in so einer Situation noch raten können: Versuche, Deinem Kind nicht zusätzlich noch Deine Nähe zu entziehen, nur weil es auf Deinem Arm schneller nach Deinem Busen verlangt. Sein Leben ist durch diesen plötzlichen Wechsel schon ziemlich auf den Kopf gestellt und die neue Ernährung macht ihm bestimmt zu schaffen. Wenn sich dann noch Mama zurückzieht, ist die Not groß. Kuscheln, Nähe und Vertrautheit in der Familie sind jetzt besonders wichtig.
 
Häufig kommt es beim plötzlichen Abstillen zu Milchstau und Brustentzündungen. Für Dich und Deinen Körper, der sich nun auch sehr schnell umstellen muss, helfen diesen Tricks, um Deine Milchbildung in drei bis vier Tagen stark zurückzudrängen und bald ganz versiegen zu lassen:

  • Trinke unterstützend abstillenden Salbeitee. 
  • Trage einen knapp sitzenden BH (Vorsicht, dass er Dich an keiner Stelle abklemmt!) oder wickle ein Tuch fest um Deinen Busen. Beides schränkt die Durchblutung ein und behindert damit auch die Milchbildung.
  • Kühle die Brust mit Kühlkompressen aus der Apotheke. Auch das schränkt die Durchblutung ein, außerdem wirkt die Kälte vorbeugend gegen Brustentzündungen.
  • Wichtig während des Abstillens: Die Brust sollte ab und zu massiert werden, damit es keinen Milchstau gibt. Ist der Druck zu groß, kann man kleine Mengen Milch abpumpen – aber bitte nur so viel, dass der Druck erträglich wird. Pumpt man die Brust leer, bekommt der Körper das Signal: mehr Milch bilden, bitte! 
  • Und was Dein Mutterherz angeht, mach Dir bitte keine Vorwürfe. Wenn eine ernsthafte Erkrankung vorliegt, ist das die einzig richtige Entscheidung. Für Dein Kind ist es wichtiger, dass es Dir bald wieder gut geht und Du für es da sein kannst. 
  • Bestimmt wirst Du den Brustmahlzeiten nachtrauen, wenn Du so plötzlich Abstillen musst. Das ist völlig ok und verständlich. Aber auch beim Füttern oder Flaschegeben kannst Du Deinem Baby sehr nah sein, mit ihm kuscheln, liebevoll sprechen und ihm alles zukommen lassen, was es benötigt. 

Gibt es Medikamente, die beim Abstillen helfen?

Manche Arzneimittel verhindern künstlich die Bildung des Stillhormons Prolaktin und damit auch die Milchbildung. Sollte die Einnahme von Medikamente nzum Abstillen nötig sein, weil sich z.B. Deine Brust immer wieder entzündet, so wird Dein Arzt Dir Hormonpräparate verschreiben, sogenannte Prolaktinsekretionshemmer. 

Gibt es sanfte Alternativen?

Mütter, die abstillen möchten, berichten über gute Erfahrungen mit einem homöopathischen Mittel, das Stoffe der Kermesbeere (Phytolacca decandra) enthält. Auch Salbeitee (drei Tassen täglich) hilft, denn er wirkt der Prolaktinausschüttung auf natürliche Weise entgegen. Für eine Tasse nimmt man einen Teelöffel Salbeiblätter, übergießt sie mit heißem Wasser und lässt den Tee zehn bis 15 Minuten ziehen.

Mein Kind verweigert die Brust – ist die Stillzeit beendet?

3. Stillen tut soooo weh
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Kommt auf das Alter an. Wenn es mit zwölf Monaten nicht mehr will, gehört das zum natürlichen Entwicklungs- und Abnabelungsprozess eines Kleinkindes. Es gibt keinen Grund, das Kind mit allen Mitteln zum Weitertrinken zu bewegen. Stattdessen kannst Du ausprobieren, ob es Karotten- oder Obstbrei vom Löffel nimmt – und Freude an dieser Mahlzeit hat. Das ist ein untrügliches Zeichen dafür, dass es jetzt auch mal etwas anderes als Mamas Milch möchte.
Anders sieht es bei kleinen Säuglingen aus. Manche verweigern plötzlich und scheinbar grundlos die Brust. Bitte jetzt nicht zu schnell aufgeben, sondern lieber nach den Ursachen suchen.
Wenn Du beispielsweise zum ersten Mal nach der Geburt Deine Periode bekommst, kann Dein Kind befremdet reagieren, denn die Milch schmeckt dann anders.
Ähnlich ungewohnt fürs Kind ist es, wenn Mama ein neues Parfum oder eine neue Körperlotion ausprobiert. Babys mit verstopfter Nase mögen ebenfalls oft nicht am Busen trinken, da sie dabei schlecht Luft bekommen.
Übergangsweise kannst Du auch abgepumpte Milch füttern, am besten mit einem Löffel oder einem Schnapsglas, denn so verwirrst Du das Baby nicht mit einem Sauger. Will es auch die abgepumpte Milch nicht, solltest Du nach spätestens einem Tag zu Baby-Nahrung greifen. Wer unsicher ist, bitte den Kinderarzt, eine Hebamme oder Stillberaterin um Rat fragen. Gemeinsam findet Ihr die Ursache der Verweigerung heraus und entwerft einen Plan, wie man die "Durststrecke" gut übersteht.

Manche Babys wollen nicht abgestillt werden. Was tun?

Das hängt davon ab, wie sehr Du Dir das Abstillen wünschst. Wenn Du Dir vorstellen kannst, noch einige Zeit weiterzustillen, tu es. Wenn nicht, dann gibt es ein paar Tricks, das Kind zu "überlisten":

  • Ändere Deine Gewohnheiten: Wenn Du beispielsweise immer vor dem Einschlafen im Bett gestillt hast, solltest Du das nicht mehr tun. Gut gesagt, bloß wie? Hier haben wir uns dem Thema "Wie schläft mein Baby auch ohne Mamas Brust ein" ausgiebig gewidmet.
  • Ändere auch Deine gewohnte Stillposition: Zum Beispiel im Sitzen stillen, wenn Du Dein Kleines bisher bevorzugt im Liegen angelegt hast. Dein Kind spürt, dass sich etwas verändert. Es empfindet das Trinken als unbequem, das macht die ganze Sache weniger attraktiv.
  • Verändere die Abläufe: Ein Kind, das vor allem nachts noch gestillt werden will, sollte in den Nächten nicht mehr von Dir, sondern vom Vater getröstet werden. Sobald es die Mutter sieht, schreit das Baby nämlich automatisch nach der gewohnten Brust.
  • Wenn gar nichts anderes hilft und Du es übers Herz bringst: Verreise und überlass Dein Kind für ein paar Tage Deinem Partner. Meistens klappt es erstaunlich gut, wenn Papa das Füttern übernimmt (nicht unter sechs Monate!).

Tagsüber habe ich abgestillt. Welche Tipps gibt es, um das nächtliche Stillen zu beenden?

Dass Säuglinge auch nachts Hunger haben, versteht sich von selbst. Aber zwischen dem 9. und 12. Monat ist es nicht mehr nötig, nachts zu füttern. Der kleine Magen weiß  jetzt eigentlich, dass nachts geschlafen wird und kein Nachschub kommt. Trotzdem suchen Kinder nachts gern Nähe und Vertrautheit an Mamas Brust und nuckeln sich dort wieder in den Schlaf. Wenn Du merkst, dass entweder Du nachts mehr Ruhe brauchst oder Dein Kind Dich als lebenden Schnuller benutzt, helfen Dir diese Tipps, um auch nachts damit aufzuhören:

  • Tagsüber isst es schon prima Brei, nur nachts nuckelt es sich bei Dir in den Schlaf? Dann könnte ein eigenens Bett, das vielleicht zu Beginn noch mit im Schlafzimmer steht, ein guter Anfang sein. Aus den Augen aus dem Sinn, manchmal wirkt das schon und Dein Kind verlangt gar nicht mehr nach der Brust.
  • Versuche, nachts ein wenig Wasser anzubieten. Halt dem Kleinen die Hand, so dass es auch so wieder zur Ruhe kommt.
  • Manche Mütter stellen erstmal auf Milchflaschen um. Mit etwas Warmem im Bauch schlafen sie schnell wieder ein. Allerdings muss Du dafür aufstehen und die Milchflasche machen. Das ist mitten in der Nacht nicht gerade erholsam. Spätestens ab dem Zeitpunkt, wo Dein Kind Zähne hat, besteht zudem erhöhtes Kariesrisiko, wenn es in der Nacht noch ein Milchfläschchen trinkt. Und irgendwann wirst Du das Kleine auch von der Milchflasche entwöhnen müssen, um nachts nicht mehr aufzustehen. Probier doch mal diesen Trick: Verdünne die angerührte Milch über mehrere Tage, so dass Du irgendwann ganz auf Wasser umstellen kannst oder die verdünnte Milch einfach zu uninteressant geworden ist.
  • Vielleicht habt Ihr tagsüber schon einen Schnuller? Dieser hilft auch nachts sehr gut. Zwar geht er manchmal im Dunkeln verloren, aber wenn Du einen Ersatzschnuller im Nachttisch hast, kannst Du schnell reagieren, bevor sich Dein Kind völlig wach geweint hat. Der Schlaf ist für die ganze Familie wichtig. Insbesondere Eltern, die schon wieder arbeiten oder noch ein Kind zu versorgen haben, müssen genug schlafen.
  • Nachts ist so lange Alarm, bis Du das Kind anlegst? Dann brauchst Du ganz dringend Unterstützung von Deinem Partner.  Vielleicht übernimmt er an einem Wochenende die Nachtschicht. Oder Oma/Opa trauen sich das zu. Auf dem Arm nehmen, trösten, den Schnuller geben, auf und ab laufen – das alles ist erlaubt, um wieder in den Schlaf zu helfen. Vielleicht ist es einfacher, wenn Du an diesem Wochenende nicht zu sehen bist. So musst Du nicht zuhören, wie nach Dir gerufen wird und Dein Baby ist nicht irritiert, warum es Dich sieht, Du aber nicht reagierst.
  • In der Nacht gelten andere Regeln: Eltern sind erschöpft, möchten schlafen, fühlen sich alleine mit dem weinenden Bündel und es ist einfach verlockend, die doch so naheliegende Lösung (Anlegen!) einfach schnell zu wählen? Bleib standhaft, halte durch, wenn Du es schaffst, diese Umstellung 2-3 Tage durchzuhalten, könnt Ihr bestimmt bald alle besser schlafen.
  • Es ist eine wertvolle Erfahrung zu spüren, dass auch Papa da ist und beruhigen kann. Auch wenn es zu Beginn etwas länger dauert, gebt Euch die Zeit und Geduld, bis alle wieder schlafen.

Langzeitstillen wird bei uns argwöhnisch beäugt. Zu Recht?

"Was? Du stillst immer noch?" Wer in Deutschland länger als acht oder neun Monate stillt, wird komisch angeguckt: "Das ist doch nicht normal!" Wirklich nicht? Vielleicht in unserem Land nicht, in anderen Ländern ist es sogar üblich, vier bis fünf Jahre zu stillen. Das heißt nicht, dass das auch bei uns zum Ziel erklärt werden soll, aber es zeigt, dass langes Stillen nur eine Frage der Kultur ist.
Grundsätzlich gilt: Wann eine Stillbeziehung beendet wird, entscheiden allein Mutter und Kind. So lange es ihnen beiden Spaß macht, muss auch nicht abgestillt werden.

Frauen, die ihr Kind länger als üblich stillen, kontern bei dummen Bemerkungen am besten mit Fachwissen, zum Beispiel:
Je länger Frauen stillen, desto geringer ist ihr Risiko, an Brust- oder Eierstockkrebs zu erkranken.
Das Osteoporose-Risiko sinkt.
Kinder, die länger als sechs Monate gestillt wurden, erkranken später seltener an einigen Krankheiten, etwa an Diabetes oder an Mittelohrentzündungen.
Rückenstärkung gibt's auch in unserem Forum.

Einige Mütter finden Abstillen traurig. Ist das normal?

Absolut. Schließlich ist das Abstillen das Ende eines besonders innigen und unvergleichlichen Miteinanders und der erste große Schritt des Kindes Richtung Selbstständigkeit. Frauen empfinden diesen Loslösungsprozess besonders dann als traurig, wenn sie die Stillbeziehung unfreiwillig beenden, etwa weil das Kind die Brust dauerhaft verweigert oder die Schmerzen durch eine Entzündung so unerträglich werden, dass sie abstillen müssen.
Was Mütter in dieser Situation gar nicht gebrauchen können, sind vorwurfsvolle Stellungnahmen wie "Hast du es denn auch richtig probiert?" oder "Ich hab gehört, dass man sein Kind mindestens sechs Monate stillen soll!"
Sie brauchen fachkundige Unterstützung und liebe Menschen, die verstehen, dass die junge Mutter alles für eine gute Stillbeziehung getan hat, was sie konnte.
Ein kleiner Trost: Eine liebevolle Beziehung funktioniert auch ohne das Stillen - ganz viel Kuscheln, liebevolle Blicke, zärtliche Worte, und das Kind wird genauso glücklich aufwachsen.

Wie lange möchtest Du Dein Kind stillen?