Ostereier-Suche unter Geschwistern
Lass deinem Bruder noch was über

Meine Tochter (6 Jahre alt) wird allmählich misstrauisch: „Bringt der Weihnachtsmann echt die Geschenke? Oder sind die von Euch? Und der Osterhase? Ich werde dieses Jahr genau aufpassen.“ Lief die Ostereiersuche bei Euch reibungslos? Oder kommen Euch folgende Szenarien auch bekannt vor?

Ostereiersuche mit Kleinkindern
© iStock, AleksandarNakic

Ostersonntagmorgen lenkt Papa die Kinder ab. Ich hole offiziell Brötchen und biege auf dem Rückweg in den Garten ab, um die Schokoeier zu verstecken. Ich bin nervös. Ständig Blicke hoch zu unseren Fenstern. Schaut da wer raus?
Kaum komme ich nach getaner Arbeit heim, stürmt meine Tochter auf  mich zu:
„Ich habe dich im Garten gesehen, was hast du da gemacht?“
„Äh ja, ich wollte schon mal schauen, ob der Osterhase schon da war.“
„Und?“
„Ja, war er.“
 
Der Rest lief dann wie erwartet. Unglaublich aufgeregte Kinder stürmen in den Garten. Der Lütte (4 Jahre) legt sich schon an der ersten Treppenstufe lang, weil eben aufgeregt. Die Große sammelt in Windeseile quasi alle Ostereier ein, so dass wir versucht sind, sie kurz festzuhalten, damit ihr Bruder auch noch was finden kann. Das wäre natürlich fieß. Aber kurz auf die falsche Spur führen (ich glaube, da hinten hoppelt der Osterhase noch), ist erlaubt, fand ich.
Dieses Jahr ist es noch mal gut gegangen mit der ganzen Osterhasen-Aufrechterhalterei. Ich glaube, nächstes Jahr sind wir fällig. Bis dahin ist die Große in der Schule und bekommt ganz schnell von den anderen gesteckt, dass es den Osterhasen gar nicht gibt. Mit etwas Glück können wir sie rechtzeitig mit der Info abfangen, bevor sie die auch ihrem kleinen Bruder erzählt.
 
Was sonst noch so an Ostern schief gehen kann:

  1. Es ist natürlich ein großer Spaß, Kindern beim Eiersuchen zu zu sehen. Da kann es mit den Großeltern schon mal durchgehen. Der Laufanfänger tappst durchs Gras und wird permanent von Oma und Opa dirigiert: „ Schau mal hier. Oh, was liegt denn da? Gefällt Dir das? Nein, dass ist eine Blume. Und was ist das hier?" Hilfe, stoppt das Großeltern-Navi, zumindest nach dem dritten Ei.
  2. Der Garten gehört Euch nicht alleine? Somit liegen da auch Eier der Nachbarskinder. Wie nun den Kindern klar machen, dass diese Eier nicht für sie sind? Und man das ganz genau weiß, weil ... warum noch mal?
  3. Die Große findet immer alle Oster-Nestchen alleine. Darum gibt es dieses Jahr zwei Farben. Die blauen Eier hat der Osterhase für den Kleinen verteilt, die gelben für die Große.
  4. Oder: Alle Eier, die auf dem Boden liegen, sind für den Kleinen. Und alle Eier, die irgendwo oben liegen, sind für die Große. Allerdings ist der Kleine ja nicht dumm und schubst bei Bedarf einfach ein Ei von der Mauer runter. Zack, schon darf es ins eigene Körbchen gelegt werden.
  5. Im Park gefundene Ostereier darf man übrigens nicht mitnehmen. Aber wie das den Kindern erklären? Vor allem, wenn da die richtig großen Schokoeier mit Spielzeug drin liegen, die es zuhause nicht gab?
  6. Und wenn jetzt noch ein Hundebesitzer vorher im Park ist und auf die Leine verzichtet hat, dann fließen spätestens jetzt die Tränen. Denn der Hund ist schneller als die Kinder an den Eiern dran. Da hilft nur eins: schnell weg da, bevor man zuschauen muss, wie Hundi jedes Schokoei samt Verpackung wieder einzeln auswürgt. Diese Bilder werden die Kleinen sonst nicht so schnell wieder los.
  7. Das geschenkte Playmo-Teilchen ist kaputt. Ärgerlich natürlich. Aber dann rutscht Dir der Satz raus: „Mist, ich gehe es Dienstag umtauschen. „Mami, umtauschen? Wo denn? Beim Osterhasen?
  8. Beim Nachzählen fällt auf: In dem einen Körbchen sind viel mehr Eier als in dem anderen. Eine gute Antwort wäre gewesen: "Tja, der Osterhase ist in Mathe nicht so fit, scheint mir." Gesagt habe ich leider: „Lass mal sehen, oh ja, dir fehlt das Schokoküken, es gab von jedem zwei, ganz gerecht, damit ihr nicht streitet."
  9. Am besten werden erst mal alle gefundenen Eier in einem großen Korb gesammelt und anschließend aufgeteilt. Das ist gerecht. Und während der anschließenden Tauschbörse unter Geschwistern können die Eltern entspannt das zweite Frühstück einnehmen. Bei so einer Tauschbörse lernt man fürs Leben. Denn Kinder wissen genau, was die Geschwister besonders gern mögen, geben manchmal vor, etwas sei besonders lecker, nur um günstig das wirkliche Lieblings-Ei einzutauschen.
  10. Nach dem ersten Eiersuche-Ansturm liegen die Eier nicht mehr so offensichtlich im Gras rum. Du weißt aber, dass noch das ein oder andere darauf wartet, gefunden zu werden? Dann helfen nur kleine Motivationstipps: „Ich würde noch mal da hinter den Tulpen schauen, das ist doch ein gutes Versteck. Vielleicht hat der Osterhase da noch was fallen gelassen?
  11. Für alle in-der-Wohnung-Eier-Verstecker: Schreibt mit! Sonst kann es passieren, dass in den nächsten Tagen, das vergessene Marzipan-Ei zwischen den Sofakissen auftaucht. Zerdrückt, angeschmolzen mit verewigten Profilbild im Kissen.
Von:Biona Schütt