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Mama Kolumna // Warum mein Kind nicht brav sein soll

„Sei frech und wild und wunderbar!“ – Astrid Lindgren. Dieses Zitat hat es auch in die Spielecke meines Sohnes geschafft. Es klingt bezaubernd oder besser gesagt, es IST ein ganz bezaubernder Spruch. Aber wünschen wir Eltern uns nicht oft viel mehr „Sei lieb und brav und umgänglich“? Ich muss gestehen, die Antwort lautet „Ja“!

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Ich habe mich selbst schon erwischt, wie ich zu anderen Kindern bei der Verabschiedung sagte: „Schön lieb sein!“ Warum sage ich sowas? Weil ich die Eltern des Kindes mag und ihnen einen angenehmen Tag oder Abend wünsche?!

Ich schätze, das ist der Knackpunkt. Ein Kind großzuziehen

ist wirklich ein wahnsinnig anspruchsvoller und kräftezehrender Job und auch ich berichte meinen Mami-Freundinnen abends in etwa so: „Louis war heute total anstrengend, hat viel geweint, Dinge durch den Raum geworfen, meine Orchidee zerpflückt …“ Und dann über mich selbst: „Mir war das heute alles zu viel, ich wollte dies und das erledigen und bin ja zusätzlich auch noch erkältet …“ Und so sieht’s nämlich aus! Wir Erwachsenen leben all unsere Emotionen komplett aus, ganz egal, ob die Arbeit nervt, man schon wieder kränkelt, es regnet oder das Konto leer ist. Ist halt kacke und das merkt man uns auch an. Kann auch jeder nachvollziehen. Unser Nachwuchs soll aber bitte stets gut gelaunt und umgänglich sein, uns mit Liebe überschütten, schön aufessen und ohne Probleme die Nachtruhe antreten.

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Von:Melli von Mamarazzi19.04.2017