Gesundheit
Mit dem kranken Kind sofort zum Arzt?

Eine schlimme Situation: Es ist Samstagabend, und das Kind hat plötzlich 39 Grad Fieber. Soll man in einem solchen Fall sofort mit dem kleinen Patienten zur Ambulanz fahren? Oder lieber abwarten und am Montag zum vertrauten Kinderarzt gehen? Hier finden Sie ein paar Anhaltspunkte, die Ihnen helfen, die richtige Entscheidung zu treffen.

Wichtig: Wie ist der gesamte Gesundheitszustand des Kindes?

Gesundheit: Mit dem kranken Kind sofort zum Arzt?

Gerade junge Eltern sind oft verunsichert, wenn ihr Kind spät abends oder am Wochenende plötzlich Fieber, Durchfall oder starken Husten bekommt. Natürlich möchten sie, dass es ihrem Schatz schnell wieder gut geht. Viele wollen aber auch nicht als übervorsichtig gelten und fürchten, im Krankenhaus wegen einer vermeintlichen Lappalie abgewiesen zu werden. Doch wie können sie herausfinden, wann das Kind wirklich ernsthaft krank ist und schnelle Hilfe benötigt? Oder ob Hausmittel wie Wadenwickel fürs erste reichen und sie dann montags mit dem Kind zum Arzt gehen?

"Grundsätzlich gilt: Eltern sollten immer den gesamten Zustand des Kindes im Blick haben, bevor sie eine Entscheidung zum weiteren Vorgehen treffen", sagt Professor Hans-Jürgen Nentwich, Generalsekretär der Deutschen Akademie für Kinder- und Jugendmedizin e. V. und Mitglied in der Arbeitsgemeinschaft "Kinderkrankenhaus" des Berufsverbandes der Kinder- und Jugendärzte e. V. (BVKJ). Kommen zum Beispiel zum Durchfall noch starke Müdigkeit hinzu, mag das Kind nichts essen und nicht einmal etwas trinken, sollten Eltern lieber in die Ambulanz fahren.

Entscheidend ist nach Nentwichs Auffassung, wie alt der kleine Patient ist: "Je jünger das Kind ist, umso vorsichtiger sollten Eltern sein." Vor allem Säuglinge, die plötzlich an Gewicht verlieren, Durchfall haben oder nicht trinken wollen, müssten möglichst schnell ärztlich untersucht werden - am Wochenende eben vom Notdienst oder im Krankenhaus.

Bei welchen Symptomen sollten Eltern sofort handeln?

Fieber kann auf Krankheiten hindeuten, die Eltern nicht erkennen können

Besonders wachsam sollten Eltern laut Professor Nentwich bei Magen-Darm-Infektionen sein - auch wenn das Kind schon ein wenig älter ist. "Hält etwa ein Durchfall länger als 24 Stunden an, sollte man auf jeden Fall mit dem Kind zum Arzt gehen", rät er. Denn durch den Durchfall verliert das Kind viel Flüssigkeit. Es läuft Gefahr, auszutrocknen. Deshalb muss es so schnell wie möglich behandelt werden - selbst wenn der Gesamtzustand noch relativ gut zu sein scheint.

Auch bei Fieber empfiehlt der Experte, sich an einen Arzt zu wenden, wenn es länger als 24 Stunden anhält - selbst wenn es nicht dramatisch hoch ist. Denn: "Manchmal verbergen sich hinter erhöhten Temperaturen Krankheiten, die die Eltern nicht erkennen können." Und das könnten im schlimmsten Fall durchaus ernste Sachen wie etwa eine Gehirnhautentzündung sein.

Mit modernen Fieberthermometern lässt sich die Temperatur übrigens sehr genau und problemlos bestimmen.

Etwas gelassener können Eltern bleiben, wenn sich ihr Kind erkältet hat. So lange es ausreichend isst und trinkt und nicht extrem schlapp ist, können Sie nach Meinung von Professor Nentwich auch bei Husten und leichtem Fieber in der Regel die nächste reguläre Sprechstunde ihres Kinderarztes abwarten.